Kill the King – Burgbelagerung als Brettspiel
Vor den Mauern der Burg versammeln sich die feindlichen Streitkräfte. Auf der anderen Seite versammeln sich die wenigen verbliebenen Waffenfähigen Männer, um die Burg und ihren König zu verteidigen. Die rettende Unterstützung ist längst angefordert, doch wird sie auch rechtzeitig ankommen?
Kill the King ist ein asymetrisches Strategiespiel für zwei Spieler. Wir haben nur die Print and Play Version getestet, weshalb wir die Qualität des Spielmaterials nicht vollends bewerten können, Berichten zufolge soll allerdings mit einer ordentlichen Qualität produziert werden. Die Ausstattung fühlt sich recht minimalistisch an – außer Spielbrett und Würfel gehören eine handvoll zweifarbiger quadratischer Pappmarker zum Spiel. Das fühlt sich etwas retro an, ist aber für Cosims (Konfliktsimulationen, also Kriegs- oder Planspiele) immer noch standard.
Die Pappmarker stehen für unterschiedliche Einheiten und zeigen neben dem Symbol für den Einheitentyp eine Pfeilspitze, die die Kampfrichtung angibt, die Bewegungspunkte der Einheit, den Angriffswert sowie die Verteidigungswerte für unterschiedliche Richtungen. Bei dieser Erklärung sollte klar werden, dass hinter den einfachen Pappmarkern doch etwas mehr steckt als man auf dem ersten Blick erwarten würde und zeigt auch, dass die optisch wenig spektakuläre Darstellung in dieser Situation wohl die zweckmäßigste sein dürfte.
Die Armeen zu Spielstart sind unterschiedlich stark, innerhalb der Burgmauern wartet ein verzweifeltes Häuflein Soldaten auf die dringend benötigte Verstärkung während draußen eine große Armee mit Belagerungswaffen steht. Die Spielmechanik ist sehr einfach und eingängig: Der Startspieler bewegt seine Truppen und richtet sie nach ihrer Angriffsrichtung aus. Im nächsten Schritt kann er mit seinen Einheiten, so Angriffsrichtung und Reichweite stimmen, die Truppen seines Gegners angreifen. Hierbei ist die Verteidigungsstärke der angegriffenen Einheit abhängig von der Richtung des Angriffs, hat man den Gegner im Rücken kann man halt schlechter angreifen. Sobald der Startspieler mit seinen Bewegungs- und Angriffsaktionen durch ist, ist sein Kontrahent an der Reihe.
Ziel des Spiels ist es entweder, als Angreifer den Sitz des Königs zu erreichen und diesen zu töten oder als Verteidiger, die gegnerischen Truppen aufzureiben. Hierbei hilft es stark, auf Zeit zu spielen, da nach sieben Runden die dringend benötigte Verstärkung eintrifft und dem Gegner in den Rücken fällt.
Das Ganze spielt sich schnell und logisch aber gleichzeitig sehr taktisch und die Tatsache, dass sich die Werte der verschiedenen Einheitentypen am Spielfeldrand abgedruckt finden, macht das Ganze noch etwas einfacher. Lediglich für den Anführer, den man auf vier verschiedene Weisen spielen kann, hätten wir uns ein Hilfskärtchen oder ähnliches gewünscht.
Trotz der kargen Optik hat uns Kill the King spielerisch überzeugt und wir empfehlen es gerne weiter. Angesichts des einfachen Aufbaus und des Preises würden wir allerdings jederzeit wieder eher zur Print and Play statt zur fertigen Version greifen.