Roter November – die unglaubliche Reise in einem verrückten U-Boot

Es ist überall bekannt und jedem geläufig, dass Gnomtechnik so seine Tücken hat. Man hätte es also kommen sehen können, dass ein U-Boot, voll gepackt mit Alkoholiker-Gnomen, nicht lange darauf warten muss in Schwierigkeiten zu geraten. Und genau das ist auch geschehen, denn die Roter November droht auseinander zu fallen und es liegt nun in der Hand von 1-8 (durch den übermäßigen Konsum von massenhaft Grog) tapferen Gnomen das Schiff 60 Minuten lang zusammen zu halten bis die ersehnte Rettung eintrifft. Dazu müssen allerhand Katastrophen, darunter auch der epische Angriff eines Kraken, abgewendet werden.

Material
Das Spiel ist, wie für Fantasy Flight üblich, sehr hochwertig und liebevoll gestaltet. Das fängt schon bei den putzigen Gnomfiguren an. Außerdem gibt es Zeitsteine zum markieren der verbrauchten Minuten, Ereignis- und Gegenstandskarten mit wunderschönem Artwork und meinen Favorit: Den Rauschzustandsanzeiger! (Den ich gerne für so manchen Abend auf meiner Stirn befestigen würde.) Bleiben noch drei Spielsteine zum markieren von Sauerstoff, Hitze und Druck und natürlich das Herz des Spiels: Ein W10!

Regelerklärung
Das Ziel ist ganz klar formuliert: Überlebt 60 Minuten bis Rettung eintrifft. Der Spielzug jedes Gnoms gliedert sich in vier Phasen:

1. Bewegung
Man kann sich beliebig weit durch das U-Boot bewegen. Allerdings kostet das Öffnen einer Luke oder das Betreten eines gefluteten Raums eine Minute.

2. Aktionen
Die Gnome dürfen Aktionen ausführen. Aktionen sind zum Beispiel das Reparieren der Bordmaschinen, das Löschen von ausgebrochenen Bränden oder das Abpumpen von Wasser.
Dazu sagt man eine Anzahl von Minuten an, die man dafür aufwenden möchte von mindestens einer Minute bis zu maximal 10 Minuten. Die Aktion ist erfolgreich, wenn mit dem W10 die geschätzte Dauer entweder getroffen oder unterboten wurde. Die Geganstandskarten geben einem je nach Karte einen Zeitbonus auf diesen Wurf.

3. Ohnmachtsprobe
Manche Situationen, wie zum Beispiel das Betreten eines brennenden Raums erfordern sehr viel Mut. Und Mut haben Gnome in Form von Grog in Flaschen abgefüllt. Ein Schlückchen und jeder Gnom verwandelt sich sprichwörtlich in einen Superhelden. Allerdings wird man im Laufe der Zeit immer betrunkener und kann sich eventuell nicht mehr auf den Beinen halten. Man zieht eine Ereigniskarte und vergleicht die aufgedruckte Zahl mit der seine Rauschzustandes ist die Zahl gleich oder niedriger wird man Ohnmächtig und ist für 10 Minuten außer Gefecht gesetzt.

4. Aktualisierung
Jetzt wird es spannend! Der Zeitstein des jeweiligen Gnoms wird auf der Zeitleiste nach vorne geschoben und löst dabei Ereignisse aus. Ereignisse sind so gut wie immer ganz ganz ganz schlimme Dinge. So fallen beispielsweise Maschinen und Luftversorgung aus, es fängt irgendetwas Feuer oder Wasser bricht ein und flutet ganze Räume.
Danach ist der Gnom an der Reihe, der auf der Zeitleiste am weitesten zurückliegt. Haben alles Gnome die Sechzigste Minute überschritten bevor das U-Boot durch irgendeine Katastrophe in die Luft fliegt, ist das Spiel gewonnen.

Fazit
Ich finde Roter November ist wirklich gelungen. Die Regeln sind sehr einfach und leicht zu erklären. Wenn man die vier Phasen stupide durchexerziert, hat man den Dreh spätestens nach der zweiten Runde raus. Mir gefällt besonders, dass es sich um ein kooperatives Spiel handelt und das Beste: Es ist Sackschwer!!! Wir haben es noch kein einziges Mal geschafft zu überleben. Einmal ist es mir gelungen einen Taucheranzug zu schnappen und meine Kameraden heroisch in den letzten Minuten im Stich zu lassen, (Ja, das geht auch) nicht gerade die feine Art, aber so kann man das Spiel tatsächlich gewinnen… zwar alleine aber *hust* . Das Spiel ist mittlerweile für 10-20 € zu haben und für diesen Preis ein absoluter Pflichtkauf!
Einzig und allein die Anleitung ist meiner Meinung nach ein wenig zu aufgebläht. Das hätte man prägnanter zusammenfassen können. Hat die Regeln jedoch einer der Spieler bereits im Vorfeld gelesen und verstanden ist alles in ein paar Minuten erklärt.

Ich gebe für diesen kleinen, aber sehr feinen Absacker 8 von 10 Gummipunkten.

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