Loot Quest Kickstarter Preview
Loot Quest ist ein Brettspiel, das gerade bei Kickstarter finanziert wird und Autor Beau Langston hat uns freundlicherweise die Print and Play Dateien für einen Blick vorab zur Verfügung gestellt.
Wir haben uns also so schnell wie möglich an’s Basteln gemacht und schon während wir mit Schere und Kleber hantierten, haben wir – ohne die Anleitung zu lesen – geahnt, was uns erwartet. Tatsächlich ist Loot Quest sehr einfach und der größte Teil der liebevoll illustrierten, 20-seitigen Anleitung besteht aus großformatigen Beispieltafeln. Das dazugehörige Regelvideo zeigt in etwa 5 Minuten alles, was man wissen muss, um das Spiel zu spielen.
Bei Loot Quest handelt es sich um ein einfaches Würfelspiel mit einfachsten Rollenspielelementen im Stil von alten Abenteuerbüchern.
Am Anfang des Spiels sucht sich jeder Spieler einen Charakter aus, mit dem er sich durch’s Abenteuer schlagen möchte. Zwar sind die Charaktere im Regelheft kurz mit Hintergrundgeschichte vorgestellt, einen Unterschied macht es im Spiel aber nicht, für welche der sechs Figuren man sich entscheidet. Die Charaktere haben drei variable Werte, mit denen Sie ihr Abenteuer bestehen können: Die aktuelle Füllung der Geldbörse sowie die Stärke werden mit Tokens dargestellt, die aktuelle Gesinnung des Charakters mit einem Steinchen, das auf einer Leiste verschoben wird.
Eine Spielrunde gestaltet sich recht einfach. Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler 3 Goldstücke, mit Beginn jeder neuen Runde kommt eines hinzu. Zum Rundenbeginn kann nun der aktive Spieler entscheiden, ob er seine gesammelten Reichtümer investieren möchte. Er kann entweder ein Goldstück in einen hilfreichen Gegenstand (blind vom Stapel gezogen) oder drei Goldstücke in einen Stärkepunkt investieren. Anschließend wird gewürfelt und der Spieler muss seine Spielfigur um die entsprechende Augenzahl voranziehen.
Landet er hierbei auf einem neutralen Feld, muss eine Questkarte gezogen und abgehandelt werden. Landet er auf einem Monsterfeld, kommt es zum Kampf. Die Questkarten stellen den Spieler meistens vor eine Wahl und er kann sich oft zwischen einer moralischen und einer unmoralischen Aktion entscheiden. Die moralische Aktion bringt in der Regel eine geringere Belohnung und kostet in manchen Fällen sogar Gold – die unmoralische Aktion hingegen bringt oft die höhere Belohnung, senkt dafür aber die aktuelle Gesinnung des Charakters. Dies kann im späteren Spiel unangenehme Folgen haben.
Hat der Spieler statt einer Quest eine Monsterbegegnung vor sich, so wird einfach sein aktueller Stärkewert mit dem Stärkewert des Monsters verglichen. Hat der Spieler den höheren Stärkewert, gewinnt er den Kampf und bekommt eine Goldbelohnung. Ist sein Stärkewert niedriger, verliert er und kriegt eine Strafe verpasst, die von Monster zu Monster unterschiedlich ist. Bei Gleichstand wird ausgewürfelt, welcher der beiden Kontrahenten gewinnt.
Beim Blick auf das Spielfeld ist noch zu erwähnen, dass der abzulaufende Weg in drei Farben unterteilt ist, die die Schwierigkeit darstellen. Man startet seine Reise auf grünen Feldern und geht über gelb schließlich zu rot. Je nachdem, welche Farbe der aktuelle Standort besitzt, werden auch die Questkarten und Monsterbegegnungen behandelt. Je weiter man im Spiel voranschreitet, desto schwieriger werden die gestellten Aufgaben und desto stärker werden die zu bekämpfenden Monster.
Erreicht schließlich der erste Spieler trotz aller Widrigkeiten das Zielfeld, so hat er gewonnen.
Loot Quest ist ein recht einfaches Spiel mit Fokus auf Kinder, Familien und Leute, für die Brettspiele nicht erst ab 40 Seiten Anleitung interessant werden. Das Startalter ist mit acht Jahren angegeben und unserer Einschätzung nach kommt das auch ganz gut hin. Große taktische Entscheidungen sind nicht zu treffen, aber bei der angepeilten Zielgruppe wäre dies auch eher hinderlich. Was uns am Spiel besonders gefällt, ist das wundervolle Artwork des Spielbretts, in das, wie bei einem Wimmelbild, zig niedliche kleine Details eingearbeitet wurden. Leider ist das Artwork nicht hundertprozentig konsistent und man hat gerade bei den Karten das Gefühl, dass hier mehr als ein Künstler am Werk war. Auch der Aufbau und die Gestaltung der Spielertableaus erscheint uns noch etwas konfus, da wir zum Beispiel die Herzen auf der Moralleiste zunächst als Lebenpunkte fehlinterpretiert haben.
Alles in allem ist Loot Quest aber ein wirklich niedliches, kurzes und gelungenes Würfel-Brettspiel, mit dem vor allem Kinder einen ersten Blick in rollenspielartige Systeme werfen können. Bei uns wird das Spiel sicherlich noch oft als netter Absacker oder wenn Kinder dabei sind auf dem Tisch landen.
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Crowdfunding Plattformen können eine tolle Chance für solche Projekte sein. Mittlerweile greifen ja doch immer mehr Menschen darauf zurück. Beeindruckend zu sehen, was sich dadurch alles realisieren lässt.
Das stimmt. Leider hat es Loot Quest nicht geschafft. Uns tut es sehr leid um dieses Spiel und wir sind froh um die Print&Play-Version, die wir hier haben. Es schafft eben leider nicht jedes gute Projekt den Weg bis zur Realisierung.